Chancen Handwerk!

Ob als Unternehmerin, Meisterin, Außendienstmitarbeiterin oder Auszubildende – nach und nach findet man Frauen auf vielen Positionen im Handwerk. Vor allem die jüngere Generation der angehenden Handwerkerinnen startet in das Berufsleben mit ganz neuen Perspektiven [Foto: Bosch Gruppe]

Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks fehlen derzeit bundesweit 250 000 Mitarbeiter. Die Zahl der unbesetzten Stellen im Handwerk nimmt zu, inzwischen fehlen Fachkräfte in einem Umfang, der das Wachstum erheblich bremst. Etwa die Hälfte der Betriebe beklagt Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Ob Azubis, Gesellen oder Meister – der Mangel zieht sich durch alle Positionen, Gewerke und Regionen. Mehr Wertschätzung für eine berufliche Ausbildung, mehr Förderung beruflicher Bildung, mehr Jugendliche, die eine Ausbildung machen, mehr Frauen, die sich für Handwerk begeistern, Langzeitarbeitslose, die einen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt finden, Zuwanderung und Flüchtlingsintegration: Das Handwerk engagiert sich bei mehreren wichtigen Bausteinen, um Fachkräfte langfristig für die Zukunft zu sichern.

Ein Beruf mit Tradition und vielen neuen Seiten

Wer nach seiner Schulzeit schnell „gutes Geld“ verdienen möchte, sollte sich mit den Möglichkeiten beschäftigen, die eine Ausbildung oder ein duales Studium in einem Handwerksbetrieb und einer anschließenden Vollbeschäftigung bietet. Dirk  Mitterdiami von Bosch Thermotechnik Buderus Deutschland agiert im Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Produkt und ausführendem Handwerk. Der Leiter Projektgeschäft Deutschland Ost möchte den Berufen der Handwerksbranche zu neuer Attraktivität verhelfen – bei der breiten Bevölkerung, in den Medien und speziell bei den Nachwuchsarbeitskräften, die dringend gebraucht werden. „Alle im Handwerk Tätigen müssen besser darüber informieren, was der Handwerker eigentlich macht und wie wichtig seine Arbeit für alle ist. So muss ein Handwerker bei uns als Heizungsmonteur, Bauleiter, Klima- und Anlagentechniker oder Elektriker nicht nur beispielsweise physikalische Prozesse verstehen und gegebenenfalls berechnen können, sondern er sollte auch kaufmännisch orientiert sein, weil er oft genug als Verkäufer fungiert. Wir vermitteln unseren Auszubildenden und Studenten auch ein hohes technisches Verständnis für komplexe Anlagen sowie für Apps und Fernüberwachung. Das ist spannend und sehr modern“, so Mitterdiami.  Auch der Verband könnte durch allgemeine Werbung daran mitwirken, der gesamten Branche zu einem Image-Lifting zu verhelfen. „Unser Unternehmen wirbt bereits selbst sehr intensiv um Nachwuchs. Wir halten Vorträge an Schulen, laden Klassen ein, um uns und die Arbeitsplätze vorzustellen, bieten Praktika und Probearbeiten an, nehmen an Messen teil und haben selbstverständlich auch Auftritte in den sozialen Medien. Im Handwerk tätig zu sein, lohnt sich. Jobs sind sicher, denn die Auftragsbücher sind voll.“

Ansprechpartner: Dirk Mitterdiami Niederlassung Berlin/Brandenburg dirk.mitterdiami@buderus.de

 

Zukunft aus den eigenen Reihen
BIG.B fördert Qualifizierungswünsche


Jörg Hoppe, Geschäftsführer bei der Bau und Instandsetzung GmbH BIG.B, Firmensitz BIG.B [Fotos: Ina Hegenberger, © Dajana Lothert]

Wer bei der Bau und Instandsetzung GmbH Berlin, kurz BIG.B, einen Ausbildungsplatz als Maurer bekommen hat, scheint gleichsam seine Zukunft gesichert zu haben. Das Bauunternehmen mit Sitz in Berlin-Marzahn legt Wert darauf, dass der Nachwuchs für die Leitungsebenen aus den eigenen Reihen kommt: Ob, Bauingenieure, Bauleiter – die BIG.B fördert Qualifizierungswünsche in der Mitarbeiterschaft. Wer beispielsweise Abitur hat, seine Lehre in der Firma absolviert hat und anschließend studieren möchte, dem wird kein Stein in den Weg gelegt – ganz im Gegenteil: Das Unternehmen bietet Möglichkeiten für Praktika und unterstützt Studierende mit Firmenstipendien. Auch die duale Qualifikation zum Bauleiter, für die ein dreijähriges Techniker-Studium nötig ist, wird gefördert. Manch einer oder eine aus unserer Belegschaft, weiß Jörg Hoppe, Geschäftsführer des Unternehmens, verspüre nach 10 oder 15 Jahren den Wunsch nach größerer Verantwortung. Die dann anstehende Ausbildung wird sowohl finanziell unterstützt als auch durch Freistellung, damit Zeit zum Lernen bleibt. Und noch eins: Es werden immer Fahrer gebraucht, also steuert der Betrieb die Hälfte der Kosten zum Erlangen der Fahrerlaubnis bei. „Der Grund für diese vielfältige Unterstützung ist einfach, diejenigen, die bei uns lernen, kennen die Baustellen und unsere Arbeitsabläufe. Wir sind ein eingespieltes Team und das soll so bleiben. So setzen wir auf Zukunft aus den eigenen Reihen – nicht erst seit heute“, sagt Jörg Hoppe.

Ansprechpartnerin: Ewelina Podlaska
www.bigbau-berlin.de

 

Martina Krüger

 

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