Willkommen in der Branche der Klimaschützer

Die Klimaschützer von morgen – die Azubis der ST Gebäudetechnik GmbH [Foto: ST Gebäudetechnik GmbH]

Immer wieder im August eines jeden Jahres zeigt sich bei der Berufswahl der Stellenwert einer Branche: Wie viele Schulabgänger haben einen Ausbildungsvertrag unterschrieben? In der Technischen Gebäudeausrüstung fehlt es an Nachwuchs. Dabei bietet dieser Beruf ein interessantes Arbeitsumfeld mit viel Entwicklungspotenzial. Gastbeitrag von Andreas Neyen.

Handwerk hat goldenen Boden und Zukunft, denn gebaut wird immer. Die Branche der Gebäudeausrüster, die durch ihre Vielseitigkeit manche Krise überstanden hat, ist außerdem noch Klimaschützer. Wir bauen technische Anlagen, die mit regenerativen Energien statt mit fossilen Brennstoffen betrieben werden und dadurch massiv CO2 einsparen. Handwerk sorgt also auch für Klimaschutz, das hört sich gut an.

Unsere Branche bietet somit zukunftssichere Jobs, denn Klimaschutz wird immer wichtiger. Aber wie gelangen Informationen zu diesem Berufsbild an eine Schülerschaft der 8. bis 10. Klasse, die sich für ein Praktikum oder einen Beruf entscheiden soll?

Es gibt dazu Videos im Internet, beim Besuch in der Agentur für Arbeit gibt es einen Überblick über alle Branchen und die Generation der Eltern kann realistische Hinweise geben, wie der Arbeitsalltag später wirklich aussieht. Aber am wirkungsvollsten ist immer ein Praktikum. Denn Praktika vermitteln einen unverhohlenen Eindruck, da die Monteure ihrem Tagesgeschäft nachgehen und die Praktikanten es unmittelbar miterleben können. Näher dran sein, ist kaum möglich. Wer noch tiefer einsteigen will, kommt in den Ferien einfach noch einmal in den Betrieb jobben und vergewissert sich, ob es wirklich das Richtige ist.

Vielseitigkeit und Abwechslung sind dabei garantiert. Wenn es beim Wohnungsbau nicht vorangeht, investiert die Industrie. Wenn es das Klima zu schützen gilt, verschärft die Politik die Anforderungen an Neubau und Sanierung, sodass der Austausch alter Technik im Fokus steht. Wenn die öffentliche Hand auf Bevölkerungswachstum reagiert, bauen wir Schulen, Kitas und Krankenhäuser. Wenn pandemiebedingt die Digitalisierung einen Schub bekommt, werden Rechenzentren gebraucht, in denen der Datenaustausch gehandelt wird. Ob Produktionsstätten für Elektroautos oder Bonbons, ob Revitalisierung ausgedienter Flughäfen oder deren Neubau, die Branche ist so vielseitig, dass das Berufsleben des Technischen Gebäudeausrüsters nicht langweilig wird.

Die Vorgaben der Politik zum Klimaschutz sorgen für innovative neue technische Lösungen, also Produkte, die zu komplexen Anlagen zusammenzubauen sind. Dabei steht Energieeffizienz im Vordergrund. Als Beispiel darf die Wärmepumpe zitiert werden, die heutzutage in aller Munde ist und die aus der Luft oder dem Erdreich Energie entnimmt, um sie auf ein höheres Niveau zu pumpen, sodass z.B. geheizt oder warmes Wasser erzeugt werden kann. Wärmerückgewinnungssysteme sind inzwischen ebenso populär, denn aufgrund der Pandemie sind Lüftungsanlagen gefragter denn je. Die warme Abluft soll ihre Energie möglichst an die kalte Frischluft von außen abgeben, um diese vorzuwärmen. Darüber hinaus ist vieles, was früher als Stromfresser bezeichnet wurde, heutzutage höchst effizient und benötigt nur wenige Watt Leistung, um die gleichen Aufgaben zu erfüllen.

Das alles lernen Lehrlinge in der Ausbildung? Ja. In der Ausbildung werden natürlich auch Grundlagen gelehrt, aber eben auch die innovativen Neuheiten. Nach dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit ist das Morgen von heute schon gestern. Karriere machen heißt nicht zwingend zu studieren. Bauleitende Monteure und Monteurinnen tragen Verantwortung für Technik, Termine, Budget und Personal. Im Großprojektegeschäft geht diese Verantwortung auch mal in die Millionen – entsprechend hoch ist auch die Vergütung. Berufserfahrung – Life Long Learning – und Charakterstärke machen gute Leute auch ohne Studium zu gut bezahlten Fach- und Führungskräften. Wer doch noch studieren will, kann das im erlernten Fachgebiet nach ein paar Jahren Berufserfahrung auch ohne Abitur. Ganz nebenbei bemerkt, unsere besten Leute haben auch mit ihrem Abitur erst eine Berufsausbildung gemacht und später studiert.

Wir sind es, die klimaschützende Technik konzeptionieren, installieren und betreuen, wir die TGA-Branche.

Die meisten neuen Azubis haben ab März ihren Berufsausbildungsvertrag schon in der Tasche. Wer sich bisher nicht entscheiden konnte, sollte sich über folgende Berufe informieren: Anlagenmechaniker SHK, Mechatroniker für Gebäudetechnik, Elektroniker für Energie und Gebäudetechnik, technischer Systemplaner.

 

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